Binturong

Arctictis binturong

Binturong
Der Binturong hat viele Namen: Marderbär oder Bärenkatze wird er auch manchmal genannt. So richtig einordnen kann man ihn auf den ersten Blick nämlich nicht – etwa ein Bär oder gar ein Affe? Tatsächlich gehören Binturongs zu den Schleichkatzen und sind dabei die größten Vertreter dieser Familie, zu der beispielsweise auch Ginsterkatzen gehören. Weibchen und Männchen unterscheiden sich bei dieser Tierart auch äußerlich: Die Weibchen sind meist größer als ihre männlichen Artgenossen! Im Erlebnis-Zoo leben die Binturongs in der Themenwelt Dschungelpalast.

Steckbrief

Lebensraum
Regenwälder Südostasiens
Größe
62 bis 97 cm Körperlänge (+50 bis 84 cm Schwanzlänge)
Gewicht
9 bis 20 kg
Nahrung
Früchte (vorrangig Feigen), kleine Vögel, Wirbellose
Tragzeit
84 bis 99 Tage

Zusätzliche Hand

Binturongs sehen zwar nicht unbedingt so aus, sie sind jedoch wahre Meister des Kletterns. Sie verfügen dabei über eine entscheidende anatomische Besonderheit: den muskulösen und langen Greifschwanz – ihr „Markenzeichen“! Sie nutzen ihn als zusätzliche Extremität, sodass sie kopfüber Bäume hinunterklettern und sich dabei zusätzlich mit dem Schwanz am Ast festhalten können. In diesem Fall haben sie die Vorderbeine „frei" und können damit in den Bäumen auf Nahrungssuche gehen. Beim Klettern im Geäst dient der meist über einen halben Meter lange Schwanz zusätzlich zur Stabilisierung. Allerdings sind auch die Krallen der Binturongs sehr lang und perfekt für das Klettern in den Bäumen geeignet.

Kurios

Binturongs zeichnen sich durch eine kuriose Duftnote aus: Der Geruch ihres Urins ist mit dem von frischem Popcorn vergleichbar. Wie bei vielen anderen Tierarten nutzen sie dies zum Markieren ihres Reviers und zur Kommunikation mit anderen Individuen.

Schlüsselart

Der Binturong gilt im Ökosystem Regenwald als Schlüsselart – hat also einen besonders positiven Einfluss auf seinen Lebensraum, die Regenwälder Südostasiens. Binturongs sind nämlich sogenannte Samenverbreiter: Indem sie Früchte als Nahrung zu sich nehmen und deren Kerne unverdaut ausscheiden, verteilen sie die Samen im Wald und tragen so zum Erhalt der Biodiversität bei. Der Erlebnis-Zoo unterstützt viele Artenschutzprojekte, bei denen Schlüsselarten - auch Keystone-Species genannt - im Vordergrund stehen.

Bedrohte Klettermeister

Die Bestände des Binturongs sind bedroht! Einerseits macht den urig aussehenden Tieren der Verlust ihres Lebensraumes zu schaffen, indem Wälder für das Gewinnen von Tropenholz oder für das Erstellen von landwirtschaftlichen Flächen gerodet werden. Andererseits sind die Tiere an sich Ziel des menschlichen Interesses: Sie werden für die Nutzung in der traditionellen asiatischen Medizin oder sogar als Haustiere gefangen!

Erhaltungszucht-Programm