Primaten helfen bei der Erforschung der Stammesgeschichte des Menschen
Forschung > Aktuelle Projekte > Primaten
Primaten helfen bei der Erforschung der Stammesgeschichte des Menschen
Um die kulturelle Entwicklung unserer frühen Vorfahren – der Homininen – besser zu verstehen, richten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihren Blick häufig auf heute lebende Primaten. Ein aktuelles Forschungsprojekt von Dr. William Daniel Snyder und Dr. Elisa Bandini widmet sich der Frage, wie Primaten mit prähistorischen Steinwerkzeugen umgehen. Die Studie ist explorativ, das heißt, die in mehreren Zoos gewonnenen Daten dienen der Entwicklung neuer Hypothesen über das Verhalten ausgestorbener menschlicher Verwandten. Im Erlebnis-Zoo lag der Fokus auf dem Drill (Mandrillus leucophaeus) – eine Affenart, bei der Werkzeuggebrauch bisher nicht dokumentiert ist. Verschiedenste Beschäftigungsmaterialien nutzen Drills jedoch sehr viel, daher wurden sie als Kontrollgruppe in die Studie aufgenommen.

Tierlexikon-Eintrag zum Drill
Der Drill ist eine der am stärksten bedrohten Affenarten Afrikas! Innerhalb der Affen gehört er zu den Meerkatzen-Verwandten. Zu dieser Familie gehören zum Beispiel auch die Brazza-Meerkatze und der Hulman-Langur. Im Erlebnis-Zoo Hannover leben die Drills in der Themenwelt Afi Mountain gemeinsam mit Brazza-Meerkatzen.
Weiterlesen
Über mehrere Tage hinweg wurde ihr Verhalten mithilfe von Videokameras aufgezeichnet. Beobachtet wurde sowohl der Umgang mit ihnen bekanntem Enrichment als auch mit verschiedenen Nachbildungen prähistorischer Werkzeuge – darunter Faustkeile und Abschläge aus der Oldowan- (ca. 2,6 Millionen Jahre alt) und der Acheuléen-Kultur (ca. 1,76 Millionen Jahre alt), zwei der ältesten bekannten Steinwerkzeugtraditionen der Menschheitsgeschichte.
Projektdaten
| Zeitraum | --- |
| Kooperationspartner | Eberhard Karls Universität Tübingen, Universität Zürich, Schweiz |
| Status | In Auswertung |

