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Nashorn

Ankunft eines
Schwergewichts

Artenschutz

Ein junger Nashorn-Bulle im Einsatz für die Zukunft

Östliche Spitzmaulnashörner sind vom Aussterben bedroht

IUCR Vom Aussterben bedroht
Anfang der 1990er wurden nur noch 500 Tiere in der Wildbahn gezählt. Durch großangelegte Schutzprogramme hat sich der Bestand heute erholt!
Heute leben wieder über 1.000 Östliche Spitzmailnashörner in Afrika. Weiterhin gilt die Art aber laut der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) – einem der weltweit bedeutendsten Netzwerke für Natur- und Artenschutz, als vom Aussterben bedroht.
Mit „Nasor“ erhält der Erlebnis-Zoo nicht nur einen beeindruckenden neuen Bewohner am Sambesi, sondern zugleich einen Hoffnungsträger für den Erhalt seiner seltenen Verwandten in der Natur.
Nashornbulle Nasor

Nashornbulle "Nasor"

Wer heute am Sambesi steht, trifft ihn ganz selbstverständlich an – und doch erzählt seine Präsenz eine besondere Geschichte. Rund 1.000 Kilogramm schwer, 1,60 Meter Schulterhöhe, bis zu 3,20 Meter Körperlänge:
Das Östliche Spitzmaulnashorn „Nasor“ ist nicht zu übersehen. Mit seiner tiefgrauen Haut, der kräftigen, spitzen Oberlippe und zwei imposanten Hörnern wirkt der junge Bulle wie ein Bild aus einer vergessenen Zeit. Ende 2025 kam er aus dem Zoo Rotterdam nach Hannover – und seitdem strahlt er hier eine ruhige, wachsame Gelassenheit aus, die sofort beeindruckt. 
Östliches Spitzmaulnashorn Nashorn

Ein wichtiger Tausch für die Zukunft der Art

„Nasor“ wurde im Zoo Rotterdam geboren, wo er seine ersten Lebensjahre verbrachte. Sein Umzug nach Hannover ist Teil eines sorgfältig geplanten Partnertauschs im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Während sein Vorgänger „Kito“ nach Rotterdam reiste, um dort mit einer genetisch passenden Kuh zusammenzuleben, wartete am Sambesi Nashornkuh „Maisha“ – für die „Kito“ jedoch zu nah verwandt war. Mit „Nasor“ öffnet sich nun ein echtes Zukunftsfenster: Die Chance auf genetisch wertvollen Nachwuchs, der für diese stark bedrohte Art so dringend gebraucht wird. 
Nashorn "Nasor"

Jungtier "Nasor" im Zoo Rotterdam, Diergaarde Blijdorp

Transportbox

"Nasors" Transportkiste

Die Ankunft

Als der junge Bulle Hannover erreichte, begann für ihn ein neuer Lebensabschnitt.
Die ersten Wochen nach seiner Ankunft verliefen leise, bedacht und voller Beobachtung. Hinter den Kulissen ließ das Zoo-Team dem Bullen Zeit, in seinem eigenen Tempo anzukommen. Neue Geräusche, unbekannte Gerüche, veränderte Abläufe – all das musste er erst einordnen.
Revierleiter Carsten Heinß erinnert sich gut an diese Phase:
Man merkt ihm nicht an, dass er erst fünf Jahre alt ist. Er war von Anfang an erstaunlich abgeklärt – für sein junges Alter wirklich außergewöhnlich.

Revierleiter Carsten Heinß

"Nasor"

Tierkontakt mit "Nasor" in der Innenanalage des Erlebnis-Zoos Hannover

Die ersten Tage im neuen Zoo

Das Vertrauen wuchs rasch. Das Tierpflege-Team sprach viel mit ihm, damit er sich an verschiedene Stimmen gewöhnt. Schon nach wenigen Tagen reagierte er aufmerksam auf Zuruf und suchte die Nähe seiner vertrauten Bezugspersonen.
Besonders auffällig war dabei seine Neugier. Selbst beim Reinigen des Stalls verfolgte er jedes Detail und blickte interessiert über Abtrennungen hinweg – ein Verhalten, das selbst langjährige Nashornpfleger überraschte.
Ab dem dritten oder vierten Tag hatte ich das Gefühl, er vertraut uns, als würden wir uns schon lange kennen.

Revierleiter Carsten Heinß

Nashorn

"Nasor" genießt die kühle Dusche

Medical Training

Ein wesentlicher Bestandteil seines Alltags ist das Medical Training. Beim Bürsten zeigt „Nasor“, welche Stellen er besonders mag – er dreht sich, positioniert sich und legt sich sogar hin, wenn er die Pflege genießt.
Vor allem nach einer warmen Dusche mit dem Wasserschlauch, wenn der warme Wasserdampf noch in der Luft liegt, wird das Pflegen zu einer intensiven Zusammenarbeit. "Das ist schweißtreibend", gibt Heinz zu, "besonders, weil Nashörner es mögen, wenn man sie mit der Scheuerbürste kraftvoll massiert. Aber es hilft uns, eine enge Bindung aufzubauen"
Nashörner

"Nasor" und "Maisha"

Ein kommunikativer junger Bulle

Auch stimmlich fiel "Nasor" in den ersten Wochen auf. Als er bemerkte, dass Nashornkuh „Maisha“ im benachbarten Stallbereich lebt, wurde er ausgesprochen kommunikativ. Er quietschte, brummte und rief – in einer erstaunlichen Bandbreite.
Das Team aus Rotterdam berichtet, dass er schon immer durch sein bemerkenswert vielfältiges Lautrepertoire aufgefallen ist. Für die Tierpflegenden ist das ein weiterer Hinweis darauf, wie sensibel und aufmerksam er seine Umgebung wahrnimmt.
Nashorn Nachwuchs

Früherer Nashorn Nachwuchs

Geduld als Schlüssel zum Erfolg

Mit seinen fünf Jahren ist „Nasor“ noch nicht geschlechtsreif, typisches Bullenverhalten wie Markieren zeigt er bislang selten. „Das kommt mit der Zeit“, sagt Heinß.
Und selbst nach einer erfolgreichen Paarung bräuchte es viel Geduld: Die Tragzeit beim Östlichen Spitzmaulnashorn liegt bei bis zu 486 Tagen.
Der letzte Nachwuchs dieser Art wurde im Erlebnis-Zoo Hannover vor über 20 Jahren geboren – ein Zeitraum, der eindrucksvoll zeigt, dass Artenschutz ein Langstreckenprojekt ist.
EEP

Teil eines europaweiten Artenschutznetzwerks

„Nasor“ steht damit für weit mehr als einen tierischen Neuzugang am Sambesi. Sein Umzug ist Teil eines europaweit abgestimmten Artenschutznetzwerks, in dem Zoos, Fachleute und Naturschutzprojekte eng zusammenarbeiten.
Im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm werden alle Daten zentral erfasst, um genetisch sinnvolle Paarungen zu planen. Auf diese Weise entsteht eine stabile Reservepopulation – ein wichtiger Baustein, um langfristig auch die letzten Wildbestände dieser bedrohten Art zu unterstützen.

Kurator Robin Walb

Zoo-Kurator Robin Walb
Ein Beispiel dafür: 2019 wurden fünf Östliche Spitzmaulnashörner aus dem EEP in den Akagera-Nationalpark in Ruanda gebracht. Damit wurde die genetische Vielfalt der dortigen Population erhöht - ein wichtiger Faktor dafür, dass sich die Tiere besser an Krankheiten oder Umweltveränderungen anpassen können und die Population langfristig stabil bleibt.
Weitere Ansiedlungen zur Unterstützung der waldlebenden Bestände sind bereits geplant.
Save the Rhino

Engagement über Hannover hinaus

Darüber hinaus engagiert sich der Erlebnis-Zoo Hannover in Projekten im natürlichen Lebensraum der Spitzmaulnashörner – unter anderem in Kenia. Gemeinsam mit dem Programm Save the Rhino unterstützt der Zoo Schutzmaßnahmen vor Ort, Rangerarbeit und Strategien gegen Wilderei.
„Nasor“ wird damit zu einem wichtigen Botschafter für modernen Artenschutz – hier in Hannover und weit darüber hinaus.
Östliches Spitzmaulnashorn
Nashornbulle Nasor

Wussten Sie
schon?

Östliche Spitzmaulnashörner gehören zu den am stärksten bedrohten Großsäugern Afrikas. Sie verfügen über eine Greiflippe, mit der sie Blätter und Zweige präzise abstreifen – eine Besonderheit, die sie von anderen Nashornarten unterscheidet. Trotz ihres massigen Körpers sind sie überraschend agil und können im Sprint bis zu 50 km/h erreichen.