Sandboa

Eryx miliaris

Die Sandboa ist eine kleine Schlange mit nicht abgesetzten Kopf und stumpfen Schwanz, die im Sand der Wüsten und Steppen lebt und perfekt an diesen Lebensraum angepasst ist. Daher stammt auch ihr deutscher Name.

Steckbrief

Lebensraum
Wüsten- und Steppengebiete

Größe
45 bis 75 cm

Tragzeit
ca. 120 Tage

Nahrung
Echsen, Nagetiere und Vögel

Gewicht
60 bis 70 g

Lebenserwartung
25 Jahre (in menschlicher Obhut)

Feinde
Warane, Greifvögel, Eulen und Füchse

 

 

Weitere Schlangen im Zoo Kornnatter

Sandfischeffekt

Sandboas sind perfekt an ihrem Lebensraum bzw. dem Leben im Wüstensand angepasst. Sie entwickelten als Anpassung an den Wüstensand eine spezielle, kratzfeste Struktur der Haut mit der sich die Sandboas abrieb- und reibungsarm, also ohne große Kraftanstrengung im Sand bewegen können. Die spezielle Struktur der Haut wird auch "Sandfischeffekt" genannt.

 

Ovoviviparie

Der Großteil der Reptilien legt Eier (Oviparie), die sie an für ihre Art geeigneten Orte vergraben, z.B. Pythons oder Krokodile. Es gibt aber auch Reptilien, bei denen die Eier nach der Befruchtung im Körper des Weibchens heranreifen und die Jungtiere während oder kurz nach der Geburt aus den Eihüllen schlüpfen, wie bei der Sandboa. Das nennt man dann Ovoviviparie.

Kalt oder Warm?

Die Aktivität der Sandboa ist vor allem temperaturabhängig. Liegt die Temperatur um 20°C, ist die Sandboa fast ausschließlich am Tag unterwegs. Bei höheren Temperaturen (20 bis 30°C) sind die Schlangen am kühlen Morgen oder in der Abenddämmerung am aktivsten. Steigen die Temperaturen über 30°C verstecken sich die Sadboas in ihrem kühlen Unterschlupf.

Hauptfeind Nr. 1

Die Sandboa hat verschiedene Fressfeinde (Eulen, Füchse und Greifvögel). Der Hauptfeind ist jedoch der Wüstenwaran (Varanus griseus). Sandboas sind aber wehrhafte Tiere und keine leichte Beute. Fängt ein Waran eine Sandboa, so probiert sie sich um den Hals des Warans zu wickeln und drückt kräftig mit ihrer Muskulatur zu. Der Waran bekommt schlechter Luft und lässt oft daraufhin los, so dass die Sandboa schnell fliehen kann.

Seltener Anblick

Die Östliche Sandboa wird nur acht mal in europäischen Zoologischen Gärten und Tierparks gehalten (Stand: 2020). Der Erlebnis-Zoo Hannover ist der einzige Zoo in Deutschland, der diese interessante Art zeigt. Die Population der Östlichen Sandboa ist nicht gefährdet (IUCN: 2020). Aber der Verlust des Lebensraums durch intensive Landwirtschaft und den Bergbau und deren Folgen ist eine Gefahr für die Population der Sandboas.