Halsband-Wehrvogel (Tschaja)

Chauna torquata

Haldband-Wehrvogelzwei Halsband-Wehrvögel stehen im Wasser
Der Halsband-Wehrvogel gehört zu den Gänsevögeln. Wehrvögel besitzen einen hühnerartigen Schnabel und haben reduzierte Schwimmhäute zwischen ihren langen Zehen. Da Wehrvögel sehr laut rufen, werden sie auch "Schreihälse" genannt. Die Wehrvögel besitzen an ihren Flügeln Sporne, die sie bei Revierkämpfen als Waffe einsetzen können. Der deutsche Name ist auf diese Sporne zurückzuführen.

Steckbrief

Lebensraum
Seen, Sümpfe und Feuchtwiesen Südamerikas
Größe
83 bis 95 cm Kopfhöhe
Gewicht
Bis zu 4,4 kg
Fressfeinde
Adler, Jaguare, Schlangen …
Nahrung
Insekten, Samen, Wasserpflanzen …
Brutzeit
43 bis 46 Tage

Wehrhafte Vögel

Der Halsband-Wehrvogel wird auch "Tschaja" genannt. Dieser Name stammt aus der Sprache der Guarani-Indios. Wie alle Wehrvögel besitzt auch der Tschaja eine gefährliche Waffe. An jedem Flügelansatz befinden sich zwei lange, knöcherne Sporne. Diese sind sehr scharf. Die Sporne werden vor allem bei Kämpfen mit Rivalen, aber auch zur Feindabwehr, eingesetzt. 

Untypische Wasservögel

Wehrvögel sehen eher nicht wie typische Wasservögel aus. Jedoch haben sie verschiedene Angepasstheiten an das Leben in Feuchtgebieten und Sümpfen. Ihre Beine sind lang und kräftig. Die ebenfalls langen Zehen tragen reduzierte Schwimmhäute. Die langen Beine und die Schwimmhäute dienen unter anderem der Gewichtsverteilung und bewahren die Wehrvögel vor dem Einsinken und Steckenbleiben im Schlamm.

Treue Vögel

Im Gegensatz zu den meisten anderen Wasservögeln binden sich Wehrvögel über mehrere Jahre oder sogar ein Leben lang an denselben Partner. Haben sie ein Brutgebiet, wird dieses stark gegen Eindringlinge verteidigt. Das Nest der Wehrvögel ist ist im Vergleich zur Größe des Vogels groß. Es wird häufig am Ufer eines Flusses oder Sees gebaut. Die Wehrvögel verwenden zum Nestbau alle möglichen Materialien, vor allem aber Schilfrohr.

Artenschutz-Info

Halsband-Wehrvögel sind in ihrem Lebensraum in Südamerika weit verbreitet. Die Bestände sind stabil. Daher werden sie aktuell als "nicht gefährdet" eingestuft (IUCN: 2021). Jedoch werden die Wehrvögel für ihr Fleisch gejagt. Sie werden auch lebend gefangen, um sie als Haustiere zu halten. Als Küken gefangene Wehrvögel werden auf den Menschen geprägt, wie dies auch von Gänsen bekannt ist. Sie werden dann freilaufend auf Farmen gehalten. Sie verteidigen dort die Haushühner gegen Angriffe von Raubtieren.