Dülmener Pferd

Equus caballus caballus forma domestica

Dülmener Pferde gelten als ausgesprochen robust, gleichzeitig als freundlich, gutmütig, genügsam und lernbegierig. Unser Wallach "Jakob" mit seinem graufarbenen Fell und dichter Mähne lebt zusammen mit unserem Exmoor-Pony "Mona" auf einer Anlage im Bauernhof. Mit dem Dülmener Pferd ist eine weitere bedrohten Haustierrasse auf Meyers Hof zu bestaunen.

 

Steckbrief

Lebensraum
Weide- und Waldland im Merfelder Bruch (Deutschland)

Größe
125 bis 135 cm Schulterhöhe

Tragzeit
320 bis 355 Tage

Nahrung
Gräser und Heu

Gewicht                                                                                                     240 bis 300 kg

Lebenserwartung
bis zu 30 Jahre

Pferd mit Charakter

Das Dülmener Pferd hat meistens eine braune oder graue Fellfärbung und den für Wildpferde typischen Aalstrich von der Mähne bis zum Schweif. Die offenen, lebhaften Augen, kurze spitzen Ohren und kleine harte Hufe sind nur einige charakteristische Merkmale für diese Rasse. Dülmener Pferde gelten gleichzeitig als freundlich, gutmütig, genügsam und lernbegierig. Hinzu werden sie als Reitpferd und zum Voltigieren eingesetzt.

Wildpferde oder "wilde" Pferde?

Wildpferde im zoologischen Sinne sind die Dülmener Pferde jedoch nicht, da im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Vermischungen mit entlaufenen Kriegs- und Bauernpferden stattgefunden haben, so dass alle Pferde des Merfelder Bruches mehr oder weniger Merkmale der Domestikation erkennen lassen. Hinzu kommt, dass wiederholt Hengste nicht passender Rassen zur Blutauffrischung eingekreuzt wurden (u.a. Welshponies, Konik oder auch Tarpanrückzüchtungen).

Robust und genügsam

Dülmener Pferde gelten als ausgesprochen robust. Diese Robustheit resultiert aus der natürlichen Selektion und den Lebensraum der Pferde. Obwohl der Lebensraum mit Weide-, Wald-, Heide- und Bruchgelände den Pferden abwechslungsreiche Nahrungsquellen bietet, ist das Futterangebot nur mäßig und karg. Hinzu kommt, dass die Dülmener nur in strengen Wintern eine Zufütterung in Form von Heu, Stroh oder Grassilage erhalten, aber kein Kraftfutter.

Wichtige Landschaftspfleger

Dülmener Pferde sind ebenso wie der Lebensraum aus dem sie stammen heute hochgradig gefährdet. Extensiv genutzte Kulturlandschaften, u.a. Heiden, Magerrasen, Feuchtgrünlandflächen sind in der modernen Landwirtschaft nicht mehr rentabel zu bewirtschaften und können nur durch Förderprogramme des Naturschutzes erhalten und gepflegt werden. Dülmener Pferde werden deshalb heute gezielt in Naturschutzgebieten eingesetzt, um die letzten halboffenen Weidelandschaften Deutschlands zu erhalten.

Extrem gefährdet

Die erste urkundliche Erwähnung des Dülmener Pferdes war bereits im 14. Jahrhundert. Entstanden ist diese Rasse wahrscheinlich aus Kreuzungen von Wildpferden und entlaufenen Hauspferden. Das Hauptbestand der Dülmener Pferde liegt im Merfelder Bruch in Westfalen. Dort leben ca. 350 Tiere auf 400 ha Weide- und Waldland in Freilandhaltung. Seit 1994 steht das Dülmener Pferd auf der Roten Liste der der GEH (Gesellschaft zum Erhalt alter und gefährdeter Haustierrassen) und wird als „extrem gefährdet“ eingestuft.