
Mikrobiom-Analysen bei Säugetieren

Darm-Mikrobiome im Vergleich
Ein Mikrobiom ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen (wie Bakterien, Viren, Pilze und Archaeen), die einen Menschen, ein Tier oder eine Pflanze besiedeln. Als Darmmikrobiom bezeichnet man die Gesamtheit aller im Verdauungstrakt lebenden Mikroorganismen. Diese stehen im Fokus zahlreicher Studien im Erlebnis-Zoo Hannover und vielen weiteren europäischen Zoos.
Mit der Sammlung von Kotproben sowie der Dokumentation der jeweiligen Fütterungen können in den Studien der Einfluss von Ernährung, Alter oder Lebensweise auf die Zusammensetzung des Mikrobioms untersucht werden. Die gewonnenen Daten tragen dazu bei, grundlegende Zusammenhänge zu verstehen. Dies ist auch für die Zootierhaltung relevant, da das Mikrobiom die Verdauung, die Gesundheit, das Immunsystem und auch das Verhalten der Tiere beeinflusst.
Projektdaten
| Projektstatus | Mehrere Studien abgeschlossen, weitere Analysen laufen |
| Zeitraum | seit 2020 |
| Kooperationspartner | AG Zootierbiologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main |
| Ziel | Erkenntnisse zum Darmmikrobiom von Säugetieren zur stetigen Optimierung des Tierwohls |
Von Nahrungsspezialisten bis Jungtieren
In den vergangenen Jahren unterstützte das Team des Erlebnis-Zoo die folgenden Studien:
- Kotproben von Sibirischer Tiger (Panthera tigris altaica) und Grant-Steppenzebra (Equus quagga boehmi) als Vertreter von Fleischfresser (Carnivora) und Pflanzenfresser (Herbivora) wurden untersucht bei einem Winter- und Sommer-Vergleich
- Bei den Jungtieren von Feldhamster (Cricetus cricetus), Roter Panda (Ailurus fulgens) und Grant-Steppenzebra (Equus quagga boehmi) wurde untersucht, inwiefern sich das Mikrobiom im Laufe der Entwicklung verändert, z.B. während sie noch gesäugt werden vs. wenn sie selbstständig feste Nahrung zu sich nehmen
- Innerhalb der Beuteltiere und ihrer verschiedenen Nahrungsgewohnheiten wurde Kot vom Rotem Riesenkänguru (Macropus rufus), Sumpfwallaby (Wallabia bicolor) und Nacktnasenwombat (Vombatus ursinus) analysiert
- Begleitet wurde die Futterumstellung von Gorilla (Gorilla gorilla), Drill (Mandrillus leucophaeus) und Schwarz-weißer Vari (Varecia variegata subcincta, bis 2025 im Bestand) während des bisherigen Futterplans mit Obst über mehrere Wochen zu einem Futterplan mit mehr Gemüseanteil und (fast) keinem Obst mehr
- Das Mikrobiom von sehr nah verwandten Arten innerhalb der afrikanischen Hornträger wurden verglichen bei Blessbock (Damaliscus pygargus phillipsi, bis 2026 im Bestand) und Impala (Aepyceros melampus)
- Nahrungsspezialisten wie Eisbär (Ursus maritimus), Faultier (Choloepus didactylus) und Rentier/Karibu (Rangifer tarandus/Rangifer tarandus caribou) wurden ebenfalls bezüglich ihres Mikrobioms untersucht

