Blauracke

Coracias garrulus

Blauracke sitzt auf einem gespannten SeilBlauracke frisst
Die bunten Blauracken sind über weite Teile Europas bis nach Asien verbreitet. Die wärmeliebenden Vögel ziehen zum Überwintern in die östlich und südlichen Gebiete Afrikas und legen dabei erstaunliche 10.000 km zurück.

Steckbrief

Lebensraum
Felder, Wälder, Savannen und Flusstäler Südost-Europas, Asiens und Afrikas
Größe
ca. 30 cm Kopfhöhe
Gewicht
Weibchen: 130 bis 154 g Männchen: 127 bis 160 g
Fressfeinde
Eulen, Greifvögel, Marder …
Nahrung
Kleinechsen, Insekten, Skorpione …
Brutzeit
17 bis 19 Tage
Die bevorzugte Jagdtechnik der Blauracken ist das Sitzen-und-Warten. Sie können jedoch auch im Flug, ähnlich wie Schwalben, ihr Futter erbeuten. Eine andere Taktik ist der Schwebflug, in dem die Blauracke ein Ziel aussucht und dann mit einem anschließende Sturzflug das Ziel erbeutet. Bei der Jagd sind Blauracken sehr geschickt und werden sogar mit kleineren Schlangen mühelos fertig. Im Englischen wird die Blauracke "European Roller" genannt. Den Namen "Roller" haben die Vögel durch ihre Balzflüge erhalten, bei denen sie sich überschlagen und Loopings drehen.
Fast die gesamten Populationen von Blauracken sind Langstreckenzieher. Im Spätsommer und Frühherbst verlassen sie ihre Brutgebiete und ziehen in teilweise großen Schwärmen in die Dornbusch- und Akaziensavannen des südlichen Afrikas. Untersuchungen zeigten, dass Blauracken, die vorher in Osteuropa gefangen, beringt und wieder frei gelassen wurden, über 10.000 km nach Zentral- und Südafrika fliegen. Dabei legen sie pro Tag bis zu 67 km zurück. Auf dem Rückflug nach Europa im Frühling legen sie sogar bis zu 110 km am Tag zurück.
Wie die meisten Rackenvögel ist auch die Blauracke ein Höhlenbrüter. Hierzu sucht sie sich meist verlassene Baumhöhlen von anderen Vogelarten, zum Beispiel von Spechten. Diese werden zunächst "renoviert" und das alte Nistmaterial des Vorgängers ausgeräumt. Teilweise polstert das Blauracken-Weibchen das Nest nun mit ein wenig Gras aus. Oft bleibt es aber eher uneingerichtet. Dann legt die Henne zwei bis sechs Eier ab. Die Eltern wechseln sich anschließend beim Brüten ab.
Während bei anderen Vogelarten das Geschlecht des Vogels leicht an Größe, Gewicht und Aussehen abzuleiten ist, ist es bei Blauracken ein wenig schwieriger. Die Männchen und Weibchen sind fast gleich schwer und groß. Auch das Aussehen ist ähnlich. Blauracken sind am Kopf, Nacken und am Bauch hellblau. Die Flügel haben ebenfalls verschiedene Blautöne. Um den Schnabel herum sind sie weißlich und am Rücken rötlich-braun. Doch wie kann man die Männchen und Weibchen dann auseinanderhalten? Weibchen sind daran zu erkennen, dass die Färbung der Federn allgemein blasser ist als die bei Männchen.
Die Population der Blauracke zeigt in den letzten Jahrzehnten rückläufige Bestandszahlen. Jedoch ist sie bisher noch nicht gefährdet (IUCN: 2020). In Deutschland und Schweden sind die Blauracken dagegen bereits nicht mehr zu finden. In Europa sind die geeigneten Lebensräume wie Auwälder und Hecken durch menschliche Einflüsse größtenteils verschwunden. Hinzu verstärken der Klimawandel sowie Pestizide eine Reduzierung der Beutetiere und dadurch einen Bestandsrückgang der Blauracken. Die Gefährdung wird ebenfalls durch die Jagd auf ziehende Blauracken in deren Überwinterungsgebiete verstärkt.