Altdeutsches schwarzbuntes Niederungsrind

Bos taurus forma domestica

Rind mit vergesellschafteter Ziege auf dem RückenAltdeutsches schwarzbuntes Niederungsrind auf der Koppel von Meyers Hof im Zoo HannoverKalb mit Blick in die Kamera
Das Altdeutsche Schwarzbunte Niederungsrind auf Meyers Hof sieht dem Holstein Rind ähnlich, der in Deutschland am häufigsten eingesetzten Rasse in der Milchproduktion. Doch das Altdeutsche Schwarzbunte Niederrungsrind steht als "gefährdet" auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen!

Steckbrief

Größe
bis zu 150 cm Schulterhöhe
Gewicht
Weibchen: 500 bis 650 kg Männchen: 1.000 bis 1.150 kg
Nahrung
Gräser, Blätter
Tragzeit
ca. 280 Tage

Kuhparadies

In Indien sind Rinder heilig und dürfen nicht geschlachtet werden. Sie laufen dort frei herum und legen sich auch gerne Mal mitten auf der Straße schlafen. Niemand darf das Rind stören und der ganze Verkehr fließt erst weiter, wenn das Rind selbst entscheidet wieder aufzustehen. Dieser Kult geht auf den hinduistischen Gott Krishna zurück, der in seiner Jugend Rinder gehalten und sie gegessen hat. Die Kuh symbolisiert somit die Mutter allen Lebens, da sie den Gott ernährt hat.

Kau-Technik

Rinder haben eine sehr bewegliche Zunge, mit der sie das Gras abzupfen. Dazu strecken sie die Zunge seitlich aus dem Maul, umschlingen mit ihr einen Pflanzenbüschel und ziehen ihn ins Maul. Im Maul angekommen warten dann - nicht wie bei Pferden größe Mahlzähne im Ober und Unterkiefer - sondern eine Hornplatte am Gaumen und nur acht Zähne im Unterkiefer. Das Gras wird mit den Zähnen an der Hornplatte zerrieben und geschluckt.

Vier Mägen

Rinder sind Wiederkäuer. Sie besitzen vier Mägen: Pansen, Netzmagen, Blättermagenn und Labmagen. Während wir Menschen unser Essen kauen und  hinunterschlucken, gelangt der Mageninhalt bei Kühen zurück ins Maul und wird nochmals gekaut. Muskelbewegungen der Speiseröhre machen das möglich. Meist passiert das Wiederkauen im Liegen. Innerhalb eines Tages kauen Kühe 10 bis 15 mal wieder. Erst vom Labmagen aus wandert die Nahrung endgültig in den Darm.

Haus- und Nutztiere

Rinder wurden schon in der Frühzeit domestiziert und dienen dem Menschen seither als Haus- und Nutztier. Ihr Dung lässt Felder sprießen, ihre Kraft zog schwere Geräte, sie liefern Milch und Fleisch und es wurden Werkzeuge aus ihren Knochen und Hörnern hergestellt. Heutzutage, in der modernen Gesellschaft, werden Rinder zu Höchstleistungen gezüchtet und sollen - je nach Rasse - maximale Mengen an Milch oder Fleisch liefern.

Echte Raritäten

Mit dem Altdeutschen Schwarzbunten Niederrungsrind und dem Harzer Rotvieh zeigt der Erlebnis-Zoo Hannover echte Raritäten. Diese alten Rassen sind zwar robust und vielseitig, können aber in der modernen Viehwirtschaft mit spezialisierten Hochleistungsrassen nicht mehr mithalten. Aufgrund der nicht vorhandenen Wirtschaftlichkeit, im Vergleich zu den modernen Zuchtformen, gelten diese Rassen daher als gefährdet.