Dahomey-Zwergrind

Bos taurus forma domestica

Dahomey am Sambesi Kraal im Zoo Hannover
Das Dahomey-Zwergrind ist die kleinste Rinderrasse der Welt. Die Schulterhöhe von nur einem Meter kann aber täuschen: Die Tiere gelten als sehr temperamentvoll.
Besuchen Sie die kleinen Rinder nahe des Dorfplatzes im "Sambesi Kraal"

Steckbrief

Größe
Weibchen: 80 bis 90 cm Schulterhöhe Männchen: 90 bis 105 cm Schulterhöhe
Gewicht
Weibchen: bis zu 240 kg Männchen: bis zu 300 kg
Nahrung
Blätter, Gräser
Tragzeit
ca. 280 Tage
Das Dahomey-Zwergrind ist eine ursprüngliche Zwergrinderrasse, deren Erscheinungsbild sich in Afrika ohne menschliches Zutun entwickelt hat.
Andere kleinere Rinderrassen, wie zum Beispiel das irische Dexter-Rind, sind durch gezielte Kreuzung verschiedener Rassen herangezüchtet worden.
Dahomey-Zwergrinder sind äußerst robust gegenüber Hitze und Kälte und haben wenig Ansprüche an ihre Umgebung.
Hochleistungs-Nutztiere sind es aber eben nicht. Die Milch reicht gerade so zur Kälberaufzucht und der Fleischertrag ist, gemessen an der Zeit, die die Tiere zum Heranwachsen benötigen, gering. Heute werden sie vor allem als Liebhaberrasse und Landschaftspfleger gehalten.
Dahomey-Zwergrinder bringen, wie andere Rinderrassen auch, jährlich ein Kalb zur Welt. Bei der Geburt ist der Nachwuchs gerade einmal 45 cm groß und 10 bis 15 kg schwer.
Zum Vergleich: Das Kalb eines modernen Hochleistungsrindes kann je nach Rasse mit einem Gewicht von bis zu 50 kg ins Leben starten.
Dahomeys gibt es in zwei Hauptfärbungen. Sie sind entweder schwarz und haben bräunliche Beine und gegebenenfalls weiße Flecken am Bauch oder sind grau und weisen teilweise weiße Bauchflecken auf. Gefleckte Tiere, wie das auch hier im Zoo gehaltene Altdeutsche Schwarzbunte Niederungsrind, oder braune, wie das Harzer Rotvieh, kommen nicht vor. Besonders ist ihre Zunge und ihr Rachenraum, welche blau sind und etwas sonderbar anmuten. Ihre Kälber kommen mit ihrer späteren Fellfarbe zur Welt, jedoch färben sich schwarze Kälber zwischenzeitlich um und werden hell. Später werden sie wieder schwarz und haben somit ihre Ursprungsfarbe wiedererlangt
Rinder sind Wiederkäuer. Dafür besitzen sie vier Mägen und nicht nur einen, wie wir Menschen. In der Reihenfolge Pansen, Netzmagen, Blättermagen und schließlich Labmagen durchläuft die Nahrung ihre Verdauungsstationen. Während wir Menschen unser Essen kauen und hinunterschlucken, kauen Kühe ihre Nahrung mehrmals wieder. Das passiert meist im Liegen. Teile des Mageninhaltes gelangen dann durch Muskelbewegungen der Speiseröhre zurück in die Maulhöhle. Überschüssige Flüssigkeit wird geschluckt und das eigentliche Wiederkäuen beginnt. Innerhalb eines Tages kauen Kühe 10 bis 15 mal wieder, was ungefähr 30 Minuten pro Mahlzeit braucht. Wenn die Nahrung im Labmagen angekommen ist, wandert sie danach endgültig in den Darm und wird dann ausgeschieden.
Rinder haben eine sehr bewegliche Zunge, mit der sie das Gras abzupfen. Dazu strecken sie die Zunge seitlich aus dem Maul, umschlingen mit ihr einen Pflanzenbüschel und ziehen ihn ins Maul. Im Maul angekommen warten dann nicht wie bei Pferden große Mahlzähne im Ober und Unterkiefer, sondern eine Hornplatte am Gaumen und nur acht Zähne im Unterkiefer. Das Gras wird mit den Zähnen an der Hornplatte zerrieben und wieder geschluckt. Dies erfolgt mehrmals wieder bis die Nahrung weit genug zerkleinert ist und alle Mägen aus ihr genug Nährstoffe abspalten konnten.