Hulman-Langur

Semnopithecus entellus

Hulman Gruppe mit Jungtieren im Zoo hannover
Die sprunggewaltigen Hulman-Languren sind über weite Teile Indiens verbreitet. Hier gelten sie als heilig, da sie die Nachkommen eines Gottes sein sollen.

Steckbrief

Lebensraum
Trockenwälder Indiens
Größe
45 bis 78,5 cm Körperlänge (bis zu 112 cm Schwanzlänge)
Gewicht
Weibchen: 9,5 bis 16,1 kg Männchen: 16,9 bis 19,5 kg
Fressfeinde
Leoparden, Tiger
Nahrung
Blätter, Früchte, Insekten …
Tragzeit
189 bis 208 Tage

Komplexer Magen

Die Hulman-Languren Indiens ernähren sich fast ausschließlich von Blättern und anderen grünen Pflanzenteilen. Diese enthalten viel Cellulose, einen Pflanzenbaustoff, den Säugetiere nicht verdauen können. Ähnlich wie zum Beispiel Kühe schaffen die Hulman-Languren das nur in "Teamwork". In ihrem Magen leben winzige Einzeller, die die Cellulose vorverdauen. Auch der Einzeller hat einen Vorteil davon: In dem mehrkammerigen Magen der Affen herrschen optimale Lebensbedingungen für ihn. Diese "Zusammenarbeit" im Tierreich nennt man Symbiose.

Sagenhafte Rettung

Hulman-Languren werden auch Hanuman-Languren genannt. In der hinduistischen Mythologie ist Hanuman ein Gott in der Gestalt eines Affen. Als der Dämon Ravana die Prinzessin Sita entführte und auf Ceylon (dem heutigen Sri Lanka) gefangen hielt, machte er sich auf, sie zu befreien. Dies gelingt, doch bei der Rettungsaktion wird die Stadt Lanka in Brand gesetzt. Hanuman verbrennt sich Gesicht, Hände und Füße. Aus diesem Grund haben auch seine Nachkommen, die Hanuman-Languren, immer noch schwarze Gesichter, Hände und Füße. Aus Dankbarkeit über die Befreiung Sitas, seiner Frau, wurde Hanuman vom Gott Rama die Unsterblichkeit verliehen.

Heilige Affen

Als Nachkommen des Affengottes Hanuman gilt diese Languren-Art in Indien als heilig. Man findet sie auch oft in der Nähe von Tempelanlagen, da sie hier von Gläubigen gefüttert werden. Auch wenn die Affen auf dem Markt einen Obststand plündern, dürfen gläubige Hindus sie nicht verjagen. Wenn die Hulman-Languren sich über Obst hermachen, sind ihnen möglicherweise Feigen am liebsten... Denn der Sage nach hat ihr Vorfahr aus dem Garten des Dämons Ravana eine Feige gestohlen, um ihn nach der Rettung Sitas noch mehr zu demütigen. So brachte Hanuman den Feigenbaum nach Indien.

Umkämpfte Gruppe

Hulmans leben in ihrer indischen Heimat in Gruppen von 8 bis 120 Tieren. Am häufigsten ist dabei die "Ein-Männchen-Gruppe" anzutreffen, der sogenannte Harem. In diesem lebt ein ranghohes erwachsenes Männchen mit mehreren erwachsenen Weibchen und ihrem Nachwuchs zusammen. Die Position als Haremsführer ist jedoch keinesfalls gesichert. Regelmäßig versuchen Männchen von außerhalb, die Gruppe zu übernehmen und fordern den Clan-Chef zum Kampf. Gewinnt das neue Männchen, übernimmt er den Harem.